„Die hat schon mal einen platt gefahren!“

Am Samstag waren wir bei einer Freundin und ihrem Mann zum Grillen eingeladen.

Eigentlich war der Abend ganz okay bis ich dann gegen halb 12 langsam aufbrechen wollte. Ich sagte, dass ich sonst Angst hätte unterwegs müde zu werden (ich war an diesem Abend die Fahrerin, habe häufiger mal Müdigkeitsprobleme beim Autofahren und wir hatten eine Fahrt von etwa 30 Minuten vor uns).

Der Mann meiner Freundin verstand dennoch nicht so ganz wieso wir schon fahren wollten. Meine Freundin erklärte ihm dies dann prompt mit den Worten:

„Lass sie, die hat schon mal einen platt gefahren“!

Treffer versenkt.

Ich war so perplex und sagte nur zu ihr, dass das gerade daneben gewesen sei (was noch völlig untertrieben war). Schlagartig war die Stimmung gekippt. Ich hätte am liebsten losgeheult. Mein Herr Klarherz hatte ihren Spruch gar nicht so richtig mitbekommen, er hatte nur gemerkt, dass irgendwas gerade passiert sein muss und legte seinen Arm um mich um mich an sich zu drücken. Ich sagte, dass wir dann jetzt fahren würden. Sie entschuldigte sich noch schnell, aber in einem Ton, der durchklingen ließ, dass sie nicht ganz verstand wo jetzt genau das Problem lag. Sie fand es anscheinend witzig.

Was sie so witzig fand, ist einer meiner wundesten Punkte. Die Zeit damals war alles andere als einfach für mich und dieser eine Satz hat das alles plötzlich wieder aufgewühlt.

Im Sommer 2013 hatte ich einen Autounfall. Es war mein 2. Urlaubstag und ich hatte mein damaliges Auto gerade neu und fuhr in meiner Heimatstadt auf einer gut ausgebauten Hauptstraße. Viele rasen dort, aber ich war schon immer eine eher vorsichtige Autofahrerin und mit neuem Auto erst recht.

So fuhr ich dort mit ca. 35km/h statt erlaubten 50 km/h. Plötzlich schoss ein Radfahrer aus einer Seitenstraße, die von der Vorfahrtstraße, auf der ich mich befand, erst spät einzusehen war. Reflexartig ging ich natürlich schlagartig in die Eisen und legte eine Vollbremsung hin. Es gab einen lauten Knall und dieses Bild von dem aufprallenden Radfahrer auf meiner Frontscheibe, die sich prompt in ein Mosaik verwandelte, werde ich wohl nie wieder vergessen.

Was dann folgte, erlebte ich nur noch wie in Trance. Ich stieg aus und sah Blut. Viel Blut. Der Radfahrer lag auf dem Boden. Ein Mann eilte zu mir, sagte mir er habe gerade den Krankenwagen gerufen. Er kümmerte sich anschließend nur um mich, setzte mich auf den Bordstein, gab mir etwas zu trinken. Ich glaube ich habe gar nichts gesagt, ich erinnere mich zumindest nicht an mich, sondern nur an den Radfahrer und das Blut neben ihm.

Irgendwann saß ich im Krankenwagen. Ich hörte nicht mehr auf zu weinen. Meine Mutter war inzwischen auch da. Ob ich sie gerufen habe oder jemand anderes kann ich nicht mehr sagen. Inzwischen hatte man auch einen Seelsorger gerufen. Auch die Polizei versuchte mich zu trösten und sagte die ganze Zeit, dass ich wohl nichts hätte machen können. Ich fragte mich die ganze Zeit nur wie alt der Radfahrer wohl gewesen sein mag. Es war alles so wahnsinnig schnell gegangen, aber weil der Radfahrer so angerast kam, ging ich von einem jungen Menschen aus, was das Drama nicht leichter zu ertragen machte.

Am nächsten Tag wollte ich mich unbedingt nach dem Zustand des Radfahrers erkundigen. Von der Polizei bekam ich die Telefonnummer der Frau des Radfahrers, der wohl 73 war. Zitternd wählte ich die Telefonnummer. Ich sprach mit einer sehr netten Dame. Sie hatte so großes Mitleid mit mir und machte mir nicht einen Vorwurf. Sie sagte immer wieder nur wie leid es ihr täte, dass ich als so junge Fahranfängerin so etwas erleben musste. Ihrem Mann würde es den Umständen entsprechend gut gehen, er läge allerdings noch auf der Intensivstation.

In den nächsten Tagen rief ich in regelmäßigen Abständen bei der Frau an, um mich nach dem Gesundheitszustand ihres Mannes zu erkundigen. Es ging ihm immer besser.

Etwa 1 Woche später fuhr ich dann mit meiner Mutter für ein paar Tage nach Bayern zu einem Teil unserer Familie. Meine Mutter war der Meinung, dass mir dieser Abstand ganz gut tun würde.  Innerhalb dieses „Urlaubs“ fuhr ich dann auch einen Tag nach München zu meiner Cousine. Von hier aus rief ich nochmal bei der Frau des Radfahrers an. Dieses Telefonat änderte alles. Sie teilte mir mit, dass ihr Mann es leider nicht geschafft habe. Ich bin in Tränen ausgebrochen und war für meine Cousine nicht mehr zu beruhigen. Sie rief meine Mutter an, die mich abholte.

Und wie ging es damals weiter?

Ich wollte nie wieder Auto fahren. Meine Mutter zwang mich. Unter Tränen fuhr ich die ersten Meter. Mittlerweile fahre ich auch ohne Tränen. Am Unfallort fahre ich nicht mehr vorbei, ich suche mir Alternativrouten, auch wenn sie einen Umweg bedeuten. Mittlerweile zucke ich auch nicht mehr zusammen, wenn ich Sirenen höre. In der ersten Zeit war das nämlich ein ganz großes Thema. Sobald ich Sirenen hörte, ging ich schlagartig vom Gas und war wie versteinert.

Ich habe eine Traumatherapie gemacht. Ob sie etwas gebracht hat oder die Zeit es war, die die Wunden ein wenig geheilt hat, kann ich nicht sagen. Fakt ist aber, dass es mir mittlerweile schon deutlich besser geht was das Thema angeht. In der ersten Zeit war ich nämlich auch wieder voll in die Essstörung zurück geschlittert, was ich mittlerweile wieder einigermaßen im Griff habe.

Und dennoch, der Spruch am Samstag Abend hat mich wieder ganz schön getroffen und einiges hoch geholt…

Experiment Blablacar / Münchentour

Vorletztes Wochenende habe ich endlich mal meinen Bruder in München besucht. Donnerstag ging es los und Sonntag sollte es zurückgehen.

Ich stand also vor der Überlegung wie ich meine reise antreten sollte. Ja, ich habe ein eigenes Auto, aber da ich ja so ungern Auto fahre und so mir so eine lange Fahrt (München – Remscheid) nur im äußersten Notfall zutrauen würde, fiel diese Möglichkeit schon mal weg. Da ich die Entscheidung für diesen Kurztrip aber (für mich wirklich untypisch) recht kurzfristig getroffen hatte, waren die Bahnpreise allerdings dementsprechend hoch. Mit dem Fernbus wäre ich tausend Jahre unterwegs gewesen und nachdem ich einmal eine wirklich schlechte Erfahrung mit dem Flixbus gemacht hatte, stehe ich dieser Reisevariante ohnehin skeptisch gegenüber.

Nunja, mein Bruder pendelt immer mit Mitfahrgelegenheiten zwischen München und Köln, also dachte ich mir, versuche ich das doch auch mal.

Ich buchte also meine erste Mitfahrgelegenheit: Die Hinfahrt mit einer 53-jährigen Sonderpädagogin und die Rückfahrt mit einem 24-jährigen. Bei letzterem hatte ich zunächst Bedenken wegen des Alters, allerdings hatten beide Fahrer gute Bewertungen. Ich muss ja zugeben, dass ich recht aufgeregt vor meiner ersten Fahrt war.

Die Sonderpädagogin war pünktlich am vereinbarten Treffpunkt und war wirklich freundlich. Außerdem fuhr noch Bennie, 24, auf der Rückbank mit (ich saß vorn). Bennie ist – wie der Name klar vermuten lässt … Türke. Wie sich im Laufe der Fahrt rausstellte, ist Bennie wohl nur sein Künstlername, denn er ist Singer/Songwriter, der eigentlich vor 2 Jahren zum Studieren nach Deutschland kam. Bennie hatte wohl abends einen Auftritt in München und stellte uns natürlich seine Musik vor, war aber die restliche Zeit der Fahrt eher ruhig.

Die Sonderpädagogin hielt von dieser Ruhe eher wenig. Gegen Unterhaltung habe ich ja grundsätzlich nichts, allerdings in Maßen. Herausfordernd war außerdem, dass sie nur wenig bis gar keinen Raum für Wörter anderer ließ.

Aber ich will nicht meckern, sie brachte Bennie und mich sicher ans Ziel, eine U-Bahn-Haltestelle in München.

Da mein Bruder noch arbeiten musste, besuchte ich erstmal meine Cousine und ihre 1 1/2-jährige Tochter. Gott, die ist ja so goldig! Ein Strahlemädchen vor dem Herrn! Und obwohl sie ein wirklich pflegeleichtes Kind ist, ist mir mal wieder bewusst geworden, wie weit entfernt ich mich davon fühle selbst Kinder zu bekommen. Ich weiß zwar, dass ich irgendwann Kinder möchte, aber ich wäre wirklich noch nicht bereit dazu so viel von meiner Freiheit aufzugeben und mich voll uns ganz einem Kind zu widmen.

Jedenfalls war es echt schön die beiden mal wiederzusehen. Irgendwann kam dann auch mein Bruder um mich abzuholen wir kochten abends noch etwas und quatschten einfach 🙂

Am Freitag musste er wieder arbeiten und ich ging den Tag erstmal ruhig an. Nachmittags haben wir uns in der Stadt getroffen, lecker Pizza gegessen und waren abends in einer Kneipe, wo wir auch einen Cousin von uns getroffen haben. Hatten einen echt lustigen Abend 🙂

Samstag war ich dann bis nachmittags mit meinem Bruder in der Stadt bummeln und ein Geschenk besorgen. Wir fuhren nämlich anschließend zu dem 30. Geburtstag von einem anderen Cousin von uns und seiner Frau. Ja, ich habe echt viel Verwandtschaft in München 😀

Ich tauchte dort als Überraschungsgast auf und es war wirklich schön 🙂 Hatten super Glück mit dem Wetter, es war nämlich eine Garten-Grill-Party.

Abends bekam ich dann plötzlich eine Nachricht von meiner Mitfahrgelegenheit, mit der ich am nächsten Tag zurück fahren wollte. Er sei gerade mit dem Auto liegen geblieben, der Motor würde qualmen und er würde auf den ADAC warten.

Da ist bei mir natürlich die Panik aufgebrochen. Ich hasse es einfach, wenn Dinge nicht nach Plan verlaufen, wenn plötzlich irgendwas in der Schwebe ist. Dieser Zustand ist für mich echt nicht leicht zu ertragen. Mein Bruder ist da das komplette Gegenteil von mir und tiefenentspannt. „Du wirst schon noch ne Rückfahrmöglichkeit finden!“

Für eine Zugfahrt hätte ich so kurzfristig ein Vermögen ausgegeben. Also habe ich sofort eine andere Mitfahrgelegenheit angefragt. Den ganzen restlichen Abend wartete ich auf eine Rückmeldung, schließlich wollte ich am nächsten Morgen meine Heimreise antreten. Nichts.

Ich hatte mir meinen Wecker dann extra auf 7 Uhr gestellt um so früh wie möglich wieder auf mein Handy gucken zu können. Da! Sie hatte endlich die Fahrt bestätigt! 🙂

Und sie wr wirklich eine Süße und bildhübsch! Haben uns gut unterhalten und ich bin echt zufrieden mit dem für mich aufregenden Experiment 🙂

Bühne frei für Herrn Klarherz

Heute habe ich mal wieder einen Durchhänger. Ich kann nicht mal sagen wieso bzw. was der Auslöser war, aber die Unzufriedenheit mit meinem Körper kommt einfach immer wieder durch sobald ich alleine bin.

Um mich selbst wieder auf positive Gedanken zu bringen möchte ich heute nochmal auf den angekündigten Kitsch zurückkommen und die Bühne für Herrn Klarherz freimachen und die letzten 6 Monate Revue passieren lassen.

Tja, was soll ich sagen, so richtig kitschig wäre es, wenn ich jetzt eine Wahnsinns-Story präsentieren würde wie Herr Klarherz und Frau Kopfwirrwarrherz sich kennengelernt haben.

Realität: Herr Klarherz schrieb mich am 24.10.2016 bei Tinder an. Ich hatte mir zwar eigentlich geschworen, dass ich nach den ganzen Reinfällen im bisherigen Jahr 2016 keinen Kerl us dem Dating-Portal mehr daten wollte und hatte deshab eigentlich gar nicht mehr reagiert, wenn ich angeschrieben wurde, aber er hatte irgendwie einen netten Aufhänger gefunden, der sich abhebte. Unsere „Gespräche“ zeichneten sich von Anfang an durch eeeewig lange Textnachrichten aus. Was für den einen nervig und anstrengend klingen mag, machte diesen Mann für mich wahnsinnig interessant, weil es einfach gute Gespräche waren. Wir hatten ziemlich schnell eine sehr angenehme Ebene.

Am 30.10.2016 trafen wir uns zum ersten Mal. Er wohnt 60 km von mir entfernt, aber wir hatten vereinbart, dass ich zu ihm in den Ort komme und er mir das Städtchen zeigt. Irgendwie habe ich es immer lieber „fremde“ Menschen erstmal noch so weit es geht von mir fernzuhalten und fahre deshalb lieber ein Stück, auch wenn ich Auto fahren wirklich hasse, aber das ist ein anderes Thema.

Wir trafen uns also und ich war gleich von seiner Größe begeistert. Es gibt sie doch noch, die Männer, die größer sind als ich! (Notiz am Rande: Ich bin keine 2m groß, „nur“ 1,72m!)

Wir spazierten durch das Städtchen und gingen nach einiger Zeit in ein wirklich süßes Café, in dem wir ein Stück Kuchen essen wollten. Ich war schon recht aufgeregt. Und er rocch so gut! Wir unterhielten uns stundenlang, ich fühlte mich zu keiner Sekunde unwohl und wir lachten viel. Ich fühlte mich einfach gut.

Wir dateten uns in den nächsten Wochen weiter, gingen Billard spielen (dass er mich danach noch weiter daten wollte grenzt fast an ein Wunder), gingen essen, ins Kino oder bummelten über Weihnachtsmärkte. Ich erzählte ihm schon bei unserem 3. Treffen von meiner Essstörungs-Vergangenheit und dem schwierigen Verhältnis zu meinem Vater. Ich weiß nicht wieso ich das tat, vielleicht wollte ich ihn damit gleich abschrecken, aber das tat ich nicht. Ich fing sehr schnell an etwas wirklich Gutes in ihm zu sehen, etwas das mir so noch nie in der Menge begegnet war und das ich von Anfang an schätzte. Und trotzdem konnte ich zunächst nicht mein Herz so richtig für ihn öffnen bzw. redete mir ein, dass ich eh keine Zeit für eine Beziehung habe und ich nach den ganzen Desastern in 2016 eine Männer-ause bräuchte, single bleiben sollte.

Also versuchte ich rechtzeitig den Absprung zu schaffen und erteilte ihm am 27.11.2016 einen Korb. Etwas das mir heute unendlich leid tut. Aber er blieb dennoch hartnäckig und schien irgendetwas in mir gesehen zu haben, für das er kämpfen wollte. Irgendwie fand ich das sexy. Er durchschaute aber auch wieso ich ihm einen Korb erteilt hatte und blickte hinter die Fassade. Er schlug vor, einfach weiter zu schauen wohin weitere Dates führen. Ich fühlte mich nach diesem Gespräch so erleichtert. Es fiel ein unheimlicher Druck von mir. Durch diesen Dating-App-Hintergrund hatte ich das Gefühl, dass da eine so große Erwartung war, dass jetzt eine feste Beziehung entstehen musste, dass sich gar nichts entwickeln konnte. Nach diesem offenen und ehrlichen Gespräch sah ich ihn aber nochmal mit anderen Augen.

Am 10.12. kam er zu mir und wir eröffneten die Weihnachtsbäckerei. An diesem Abend merkte ich immer wieder wie sehr ich mich zu ihm hingezogen fühlte. Anschließend wollten wir zu einem Festival / Konzert bei ihm in der Gegend, sodass wir mit beiden Autos hätten fahren müssen. Er schlug ganz locker flockig vor, dass wir auch mit seinem Auto fahren, ich bei ihm schlafen könne (er würde auf die Couch gehen) und er mich am nächsten Tag wieder nach Hause fahren würde. Ich sagte „Ja okay, packe nur eben ein paar Sachen “ und merkte gleichzeitig , dass er ganz perplex war, dass ich das tatsächlich gesagt hatte. Wir hatten einen wirklich coolen Abend und auf dem Weg von dem Festival zu ihm nach Hause legte er beim Fahren seine Hand auf meine Knie und bedankte sich für den schönen Abend. Ich gab mir endlich einen Ruck undlegte meine Hand auf seine. Als wir bei ihm waren standen wir gefühlte Stunden mitten in seinem Wohnzimmer rum und schauten seinen Katzen beim Toben zu. Irgendwie war aber klar, dass jetzt der Zeitpunkt war, an dem man sich näher kommen könnte, aber keiner von uns traute sich. Zunächst. Irgendwann nhm er mich dnn aber doch plötzlich in den rm, wir schauten uns an und küssten uns. In dem Moment war es als würde die Welt stehen bleiben. Mein Herz sprang mir fast aus meiner Brust, das Atmen fiel mir schwer. Das war so ein intensiver Moment, das hatte ich so zuvor noch nie erlebt.

 

Tja und seitdem ist Herr Klarherz nun an meiner Seite und macht mein Leben so viel schöner. Wenn ich mal wieder denke, dass alles zu viel ist und ich nicht alles schaffe, ist er da und stützt mich, rappelt mich wieder auf. Für ihn ist es das Wichtigste, dass es mir gut geht und das zeigt er mir jeden Tag. Ich war noch nie so lange so glücklich. Ich weiß, dass ich oft gedachte habe, angekommen sein zu können, aber mit ihm kann ich mir einfach ALLES vorstellen. Er ist das fehlende Puzzlestück, dass mich komplettiert. In ihm habe ich einfach alles gefunden, was ich mir immer in meinen kitschigsten Träumen ausgemalt habe und ich hatte fast die Hoffnung aufgegeben. Auch, wenn wir erst seit fast 5 Monaten ein Paar sind, weiß ich, dass ich mit diesem Mann mein Leben teilen möchte.

 

Kitsch over and out. [<3]

Das Kopfwirrwarr ist zurück, das Herz ist verschenkt.

Ist es tatsächlich 8 Monate her, dass ich hier zuletzt etwas von mir habe hören lassen?? Oh mann, schon setzt wieder das schlechte Gewissen ein und ich fühle mich wie ein unzuverlässiger Versager 😦

Stopp! Ich wollte mich nicht mehr so unter Druck setzen und mir Zeit geben, wenn ich sie brauche. Und anscheinend habe ich erstmal Zeit gebraucht einige Dinge zu sortieren und ein Stück weit mich wieder selbst zu finden. Ich hoffe trotzdem mir ist hier niemand böse 😦

 

Es ist so unendlich viel passiert in den letzten Monaten. Ich weiß gar nicht wo ich anfangen soll.

Ich habe einen neuen Job. Im gleichen Unternehmen, aber quasi eine Beförderung. Der Job fordert mich gut, ich mache sehr viele Überstunden, was auch gut dazu beigetragen hat, dass es hier so ruhig wurde. Aber ich will mich nicht beklagen, ich habe ein super Team und der Job macht mir echt Spaß! 🙂

Die Uni nebenbei läuft so làlà, aber ich komme durch (ich studiere nebenberuflich). Die Noten könnten besser sein, aber für die Doppelbelastung ist es eigentlich ganz okay.

 

Abnehmtechnisch läuft es katastrophal. Ich habe mir in letzter Zeit viel gegönnt und dadurch logischerweise nichts abgenommen, eher im Gegenteil. Es ist zwar nicht ganz so schlimm wie befürchtet, dass ich jedes Mal in Tränen ausbreche sobald ich mich im Spiegel betrachte (das hatte ich immer befürchtet), aber wohl fühle ich mich definitiv nicht, ganz und gar nicht! Das macht den ganzen Umgang mit der Essstörung irgendwie wieder schwieriger…

 

Tja und wie steht’s um die Liebe?

Nachdem ich mich im letzten Jahr von einem Date ins nächste gestürzt und mir jedes Mal eingebildet habe „Ja, das könnte was sein!“ habe ich mir Anfang Oktober geschworen, dass ich jetzt erstmal allein bleibe und mich selbst finden und die Zeit als Single genießen möchte.

Und dann kamst du. Mit deiner Schulter, an die sich mein Kopf samt Wirrwarr nun seit über 4 Monaten anlehnen darf. Das Herz hab ich dir längst in deine Hände gelegt. Du hast meine Welt völlig auf den Kopf gestellt. Du zeigst mir ganz neue Seiten am Leben. Machst viel Wirrwarr plötzlich so klar. Ich hätte nie gedacht, dass mir so etwas mal passieren wird. Das sich alles so schnell wenden und man sich so sicher sein kann. Du eröffnest mir eine völlig neue Welt und ich habe das Leben nie mehr genossen als mit dir.

Ich taufe dich hiermit feierlich auf den Namen Herr Klarherz, weil du meine Welt so erhellst und mir mit deinem großen Herz so viel von meinen dunklen Herzflecken abnimmst.

Tja, sorry, aber jetzt bin ich mit so viel Liebe zurück, dass euch möglicherweise viel Kitsch erwarten wird ❤

Wirrwarr mit Mister S.

Es ist so kompliziert. Ich hab so ein großes Wirrwarr in meinem Kopf, dass ich gar nicht weiß wo ich anfangen soll.

Ich treffe mich jetzt seit über 2 Monaten mit Mister S. Es ist als wären wir zusammen, nur hat es bisher keiner so richtig direkt ausgesprochen. Ich mag ihn wirklich, er zieht mich an. Er ist so anders als die anderen Männer, die ich bisher in meinem Leben kennengelernt habe. Er ist mir in vielen Dingen sehr ähnlich, wodurch wir uns beide sehr verstanden fühlen und so gute Gespräche führen können. Er versteht meinen großen Ehrgeiz in Bezug auf die Arbeit, ist begeistert von meiner Zielstrebigkeit. Genauso sehr bin ich von seinem beruflichen Ehrgeiz begeistert. Wir haben einen sehr ähnlichen Humor, denken beide sehr viel (und das ist für einen Mann doch nun wirklich sehr ungewöhnlich). Und er ist auch von der Sorte „Ehrgeiz und schicke Kleidung auf der Arbeit, aber privat tattoowiert und locker“. Wir philosophieren auch einfach beide gerne zusammen.

So, nun zum Haken: Der Mann ist ein totaler Workaholic. Er arbeitet wirklich sehr viel und hat viel Druck. Zusätzlich ist er aber in seiner Freizeit mit einem Startup beschäftigt, worin er neben dem Training im Fitnessstudio seine gesamte Freizeit investiert. Das ist sein Baby, dafür lebt er. Das Problem: Er liebt es. Mehr als alles andere. Selbst wenn wir mal einen schönen Abend im Kino hatten und er mal abschalten konnte, wird er danach gleich wieder hibbelig, weil er an das Unternehmen denkt. Er sagt auch, dass das Startup bei ihm oberste Priorität hat, was ich auch vollkommen verstehen kann. Auch für mich steht (abgesehen von meiner Familie) meine Arbeit an einer sehr hohen Stelle. Und auch ich habe nicht sehr viel Zeit für einen Partner (jedenfalls nicht, dass ich mich täglich treffen könnte und wollte). Aber wenn ich mich auf etwas einlasse, nehme ich mir die Zeit, zumindest 1-2 mal pro Woche. Bisher hat es auch weitestgehend geklappt, dass wir uns zumindest 1 mal die Woche gesehen haben. Wir schreiben täglich und wenn es auch mal nur 1 oder 2 kurze Nachrichten am Abend sind. Damit komme ich klar.

Nun sind wir aber an einem Punkt, wo ich jetzt auch mal zwei Tag lang gar nichts von ihm gehört habe und wir uns 2 Wochen lang nicht gesehen haben. Mir ist das einfach zu wenig, er fehlt mir, ich fühle mich einsam und ich würde ihm gerne nah sein. Von ihm kommt aber kein Anzeichen, dass ihm etwas fehlt. Er sagt, dass er auch einfach nicht an mich denkt, weil er nur an die Arbeit denkt. Nun haben wir vorgestern ein sehr ehrliches Telefonat dazu geführt. Er hat gesagt, dass er eigentlich keine Zeit für eine Beziehung hat und dass er andere Sachen mehr will als mit mir Zeit zu verbringen – nämlich an seinem Startup zu arbeiten. Auf der anderen Seite hat er gesagt, dass er noch nie eine Frau wie mich getroffen hätte und es für ihn eine Katastrophe wäre, wenn der Kontakt abbrechen würde. Er wird nächste Woche 30 und hat mal gesagt, dass er eigentlich schon sehr früh Kinder wollte, auch mind. 2 oder 3. Ich habe ihn dann mal darauf aufmerksam gemacht, dass er mit seiner derzeitigen Tour einsam wird. Also hat er mir seinen Plan offenbart, dass er bis 32 ackern will, dann ne Frau suchen („falls ich dann nicht mehr available sei“) und mit 35 dann ein Kind will.

 

Ich habe ihm dann viel Erfolg gewünscht, aber jetzt will er sich am Montag nochmal mit mir treffen und darüber reden. Heute hat er sich morgens auch gleich gemeldet. Was macht er mit mir? 😦

Liebster Blog Award

liebsterblogaward

Da ich gerade gesehen habe, dass die liebe fräulein voni mich für den „Liebster Blog Award“ nominiert hat, möchte auch ich mir gerne die Zeit nehmen, euch einen tieferen Einblick in mein Leben zu geben. Da ich ja mit meinem Blog noch relativ am Anfang stehe, finde ich es wirklich super, dass ich so die Gelegenheit habe, die Tür zu mir noch weiter zu öffnen.

Über die Nominierung habe ich mich also wirklich sehr gefreut, danke voni! 🙂

 

Die Fragen an mich:

  • Wie lange bloggst du schon und ist dein aktueller Blog dein Erster?

Ich habe immer schon Dinge, die mich wirklich beschäftigt haben niedergeschrieben. Früher in Form etlicher Tagebücher und irgendwann dann einfach als Word-Dokumente. Geteilt habe ich davon nie etwas, da ich mich für vieles viel zu sehr geschämt habe und dachte kompliziert und nicht normal zu sein, dass mich eh niemand versteht. Vor 1-2 Jahren habe ich dann begonnen die Blogs anderer sehr regelmäßig zu lesen und war überrascht wie vielen es ähnlich geht wie mir und wie oft ich mich in den Blogeinträgen anderer wiedergefunden habe. Das hat mir irgendwie Mut gemacht, doch nicht so „anders“ und allein zu sein. Vor 2 Monaten habe ich dann also den Entschluss gefasst meine Gedanken mit anderen zu teilen. Dies ist also mein erster Blog.

  • Was macht dir am meisten Spaß beim Bloggen, was tut Dir gut daran?

Nach den ersten Einträgen war ich regelrecht überwältigt welche positiven Gefühle auf einmal in mir aufkamen! Es tat und tut einfach so unglaublich gut Dinge niederzuschreiben und sich so ein wenig zu sortieren. Ich trete hier weitestgehend anonym auf und traue mich so endlich meinen Gefühlen einen Raum zu geben. Außerdem habe ich mich mit einigen ganz lieben Bloggerinnen austauschen können und fühle mich endlich verstanden. Ich möchte mich sortieren. Möchte nicht mehr dieses Wirrwarr in meinem Kopf und meinem Herzen haben. Ich möchte Dinge klarer sehen. Und als ich dann gesehen habe, wie gut mir das Bloggen tut, wusste ich, dass ich dabei bleiben sollte, es treibt mich an. Wenn ich außerdem anderen dabei helfen kann, sich ebenfalls nicht alleine sondern verstanden zu fühlen, so wie es mir hier geht, macht mich das umso glücklicher.  Haltung.

  • Barfuss oder Lackschuh?

Hm, es kommt drauf an wo ich hingehe. Draußen auf der Straße hätte ich vermutlich viel zu große Angst in irgendeine Scherbe oder so zu treten. Zuhause, im Garten oder generell auf einer Wiese am liebsten barfuß 🙂

  • Wie erlebst du die Stigmatisierung psychisch Kranker? (egal ob als Betroffene, Angehörige oder Außenstehende)

Ich finde, dass hier in den letzten Jahren eher eine positive Entwicklung zu beobachten ist – zumindest erlebe ich das in meinem Umfeld so. Vieles wird gottseidank auch nicht mehr so totgeschwiegen und psychische Erkrankungen sind längst nicht mehr so ein Tabu-Thema wie das früher einmal war.Ich bekomme immer mehr mit, dass mehr Menschen mit psychischen Beschwerden auch Hilfe annehmen als ich das zunächst geglaubt habe. Dennoch denke ich, dass bei jeder psychischen Erkrankung noch viel zu viele Vorurteile herrschen und solche Themen auch in den Lehrplänen der Schulen eingebaut werden sollen um besser aufzuklären und ein noch besseres Verständnis zu schaffen.

  • Kaffee oder Tee? Warum?

Eindeutig Tee. Ich mag keinen Kaffee, mochte ich noch nie. Mir wurde zwar gesagt, dass sich das schnell ändern wurde, wenn ich einen Bürojob habe, aber das ist in den letzten 5 Jahren nicht eingetreten. Ich mag nicht einmal Schokolade mit Kaffeegeschmack oder Eiskaffee oder so.

  • Hast du geplant deinen Blog irgendwann auch anderweitig zu verschriftlichen (ein Buch zum Beispiel)?

Diese Idee habe ich immer mal wieder mal. Ich denke ich hätte auch genug Stoff für ein ganzes Buch. Aber ich bin mir nicht sicher, ob das tatsächlich jemanden interessieren würde. Vielleicht gehe ich dieses Projekt trotzdem irgendwann mal an, ich müsste es ja nicht veröffentlichen.

  • Hast du ein Lieblings (Fach-) buch? Welches ist es und warum gerade dieses?

„Sorge dich nicht, lebe!“ von Dale Carnegie. Ich kann dieses Buch jedem nur empfehlen! Es ist einer der wenigen „Ratgeber“ für’s Leben, ohne, dass man beim Lesen überhaupt merkt, dass man Ratschläge bekommt. Die Tipps und Tricks werden irgendwie automatisch umgesetzt. Man kann es immer wieder lesen. Als mein Vater damals im Koma lag, habe ich ihm mit meiner Mutter jeden Tag aus diesem Buch vorgelesen. Das hat mir damals so geholfen.

  • Vollkornbrot oder Weißbrot? Bzw. achtest du auf eine ausgewogene Ernährung?

Vollkornbrot. Ich achte sehr auf eine ausgewogene Ernährung. Über Tag. Abends überkommt mich dann meist ein Fressanfall.

  • Welche deiner Eigenschaften sind dir die Wichtigsten?

Puh, das ist eine schwierige Frage. Mir wird nachgesagt, dass ich sehr gut zuhören kann und für meine Lieben immer da bin. Das möchte ich natürlich so beibehalten. Mein Ehrgeiz ist mir auch sehr wichtig.

  • Hier soll Raum für dich sein: Was ist dir wichtig heute, jetzt, zu sagen?

Ich möchte mich erstmal bei all den Lieben bedanken, die mir bisher folgen und meine Beiträge lesen. Ich freue mich wahnsinnig über jeden Kommentar und liebe einfach den Austausch, das hilft mir sehr!

Außerdem würde mich mal interessieren, zu welchen Themen ihr gerne mehr lesen würdet: Liebesleben, Familie, Kindheit, Essstörung, Sport, Ernährung / Rezepte…?

Ich interessiere mich für vieles und mich beschäftigen diese Themen auch alle, nur weiß ich noch gar nicht so recht wo ich bei all dem anfangen soll.

 

Ich nominiere:

https://gedankenweltborderline.wordpress.com/

https://briefkastenliebe.wordpress.com/

https://realitaetmitsahne.wordpress.com/

https://philosophiasblog.wordpress.com/

https://singledasein2016.wordpress.com/

https://voninnennachaussenblog.wordpress.com/

Fühlt euch frei, ob ihr mitmachen möchtet oder nicht❤

 

Meine Fragen:

  1. Seit wann bloggst du und was hat dich dazu bewegt?
  2. Was war dein positivstes Erlebnis in Bezug auf das Bloggen?
  3. Welche Blogthemen interessieren dich am meisten?
  4. Wissen deine Freunde, deine Familie oder Bekannte, dass du einen Blog führst?
  5. Schule, Studium, Ausbildung, Beruf?
  6. Wo siehst du dich in 5 Jahren? Wo würdest du dich gerne sehen?
  7. Hast du ein Vorbild?
  8. Chaot oder Ordnungsfreak?
  9. Was ist für dich die schönste Zeit im Jahr?
  10. Gibt es ein Buch oder einen Film, das / der dich so mitgenommen hat, dass du noch Tage später immer wieder daran denken musstest? Wenn ja welches / welcher und warum hat es / er dich so mitgenommen?
  11. Was ist das Verrückteste, was du jemals getan und niemals bereut hast?

 

Der Liebster Blog Award-Leitfaden für euch:

Danke der Person, die dich für den Liebster Blog Award nominiert hat und verlinke den Blog dieser Person in deinem Beitrag

Beantworte die 11 Fragen, die du von dem Blogger, der dich nominierte, gestellt bekamst

Nominiere maximal 11 weitere Blogger für den Liebster Blog Award
Stelle eine Liste mit 11 Fragen für deine nominierten Blogger zusammen
Schreibe diesen Leitfaden in deinen Artikel zum Liebster Blog Award, damit die Nominierten wissen, was sie tun müssen
Informiere Deine nominierten Blogger über die Nominierung und deinen Artikel…

„Aber warum vergleichst du immer?“

In den letzten beiden Wochen lief die Geschichte mit Mister S. nicht zu meiner 100%igen Zufriedenheit. (Zufriedenheit…was ist das eigentlich?)

Wir hatten beide nicht viel Zeit für den anderen. Von mir bin ich das gewohnt, aber ich kenne es vermutlich nicht, dass es bei einem anderen auch so ist und das erschwert die Sache natürlich – auch wenn das irgendwie nicht fair klingt.

Ich hatte das Gefühl, dass wir Rückschritte machen. Anstatt mal zu klären, was das mit uns eigentlich ist, ob wir tatsächlich in einer „festen Beziehung“ sind, blieben nun immer häufiger auch die Gute-Nacht-SMS und die Kuss-Smilies aus. Wir schrieben deutlich weniger und sahen uns fast 2 Wochen nicht. Das Schreiben fehlte mir irgendwie. Gleichzeitig habe ich aus seinem Nicht-Schreiben automatisch geschlossen, dass er dann wohl nicht so viel an mich denkt. Ich habe immer Angst gefühlsmäßig tiefer in etwas zu stecken als andere. Das war auch schon immer so.

Gestern habe ich mich also mit einer Freundin J. (die verlorene und wieder gewonnene Freundin, über die ich hier und hier schon geschrieben hatte) darüber ausgetauscht.

Ihre Antwort? „Aber warum vergleichst du immer? So ist das doch in Beziehungen, einer liebt immer mehr. Klingt doof, aber das sind einfach Gefühle, da passt kein Verstand rein.“

Das hat mich sehr nachdenklich gemacht. Ist das wirklich so, dass einer immer mehr liebt? Sollte ich das einfach als gegeben hinnehmen, „weil das nun mal so ist“?

Auf der anderen Seite hat mich allein ihr erster Satz bzw. ihre erste Frage nachdenklich gemacht. „Warum vergleichst du immer?“ Ja, warum vergleiche ich immer? Das tue ich tatsächlich. In jeglicher Hinsicht. Das war damals schon in der Schule so was Leistung angeht, zog sich durch die Ausbildung und auch auf meinem jetzigen Job tue ich das ständig. Ich vergleiche auch insbesondere was Optik angeht. Dabei vergleiche ich mich natürlich immer nur mit dem, was ich nicht bin oder sein kann. Mit dem, was ich für besonders schön erachte. Dann bin ich deprimiert, weil ich wieder einer Sache hinterhereifer, die womöglich unerreichbar ist. Auch was Charakterzüge angeht vergleiche ich mich sehr viel. Zum Beispiel mit meinem Bruder, der immer selbstbewusster und aufgeschlossener war, nicht so schüchtern und unauffällig wie ich. Ich weiß, dass diese Vergleiche nicht zielführend sind und tue es dennoch 😦

„Das Vergleichen ist das Ende des Glücks und der Anfang der Unzufriedenheit.“ (Sören Kierkegaard)

Loslassen

Ich befürchte, dass ich mich langsam tatsächlich dem Zeitpunkt nähere, an dem ich loslassen muss. Aber ich weiß nicht, ob ich das schaffe. Nicht schon wieder.

Mein Bruder hatte in der letzten Woche ein Vorstellungsgespräch für seinen Master. In München. 570 km weit weg. Am Wochenende bekam er die Zusage. Es ist offiziell. Im Oktober wird er umziehen.

Ich hatte ihm bei der ganzen Bewerbung geholfen. Dieses Studienfach ist sein Traum. Und München ist auch irgendwie sein Traum. Ich glaube, das war es immer. Er war schon immer Bayern München Fan und wir haben viel Verwandtschaft in und um München, mit denen er sich sehr gut versteht. Ich muss auch sagen, dass ich ihn mir sehr gut dort vorstellen kann. Die bayrische Mentalität ist sein Ding. Nicht die Schickeria, aber er hat sich einfach immer schon sehr dorthin gezogen gefühlt und spricht auch schon sehr lange davon, dass er seinen Master in einer anderen Stadt machen möchte, dass er was andere kennen lernen möchte.

Ich freue mich wahnsinnig für ihn, vom tiefstem Herzen. Aber als er mir von der Zusage erzählt hat, waren da trotzdem sehr viele Gefühle durcheinander. Ich freue mich so für ihn, dass sein Traum in Erfüllung zu gehen scheint, dass er seinen Weg findet und ich bin unendlich stolz auf ihn!

Letztes Jahr ist er erst aus Irland wiedergekommen. Dort war er für 1 Jahr. Als er geflogen ist, habe ich danach bitterlich geweint, als ich allein im Auto saß. Er ist mein ein und alles. Mein kleiner Bruder, mit dem ich wahnsinnig viel durchgestanden habe. Der immer da war, wenn ich ihn wirklich gebraucht habe. Der für mich durch’s Feuer gegangen wäre. Gleiches würde ich jederzeit für ihn tun. Es gibt einfach kein Wort, dass ansatzweise beschreiben könnte, was ich für ihn empfinde. Sogar Liebe reicht hierfür nicht aus. Ich bin ihm auch einfach wahnsinnig dankbar für alles!

Außerdem überkommen mich in solchen Momenten wieder meine Verlustängste. Ich male mir das schlimmste aus, was passieren könnte, wenn wir so weit von einander entfernt sind.

Dieses Jahr, in dem er in Irland war, war für mich nicht leicht, ich habe ihn schrecklich vermisst. Und jetzt geht er schon wieder. Lässt mich irgendwie allein. Ich mache ihm keinen Vorwurf, ich verstehe ihn, dass er in die Welt will, neues entdecken.

Aber er wird mir so fehlen…

Ungewohnte Leichtigkeit.

Nachdem ich Mister S. nun eine Woche lang nicht gesehen hatte, weil ich durch meine Klausurphase sehr beschäftigt war und er beruflich auch viel um die Ohren hatte, fing ich echt an ihn ein wenig zu vermissen. Eigentlich hatte ich dieses Gefühl schon seit letzter Woche Samstag, da hatten wir uns zuletzt gesehen.

Er hatte aber gesagt, dass er auch am Wochenende viel tun müsste, sodass ich nicht damit gerechnet hatte, dass wir uns noch sehen.

Samstag Abend rief er dann abends gegen halb 11 plötzlich an, ob ich zuhause sei und Lust hätte, dass er noch vorbei käme. Sein Kumpel hatte ihn wohl gefragt, ob er mit Feiern käme, aber er wollte lieber zu mir 🙂 Ich sagte ihm, dass ich im Laufe der Nacht zwar noch meine Mutter und 2 Freundinnen von ihr abholen müsse, aber dass ich sonst grundsätzlich Zeit hätte.

Er kam also und begrüßte mich wie selbstverständlich mit einem Kuss, als hätte er nur darauf gewartet. Kurz drauf klingelte auch schon mein Handy und ich musste kurz den Abholservice spielen. Er wartete solange auf mich und arbeitete in der Zeit etwas. Wir hatten eigentlich ausgemacht, dass wir uns die Kante geben, wenn ich zurück bin 😀 Da es dann aber schon 1 Uhr war, wurden wir allmählich müde und gingen schlafen.

Ich weiß nicht wann ich zuletzt solange geschlafen und so einen entspannten Tag wie Sonntag hatte! Ich hatte ja Samstag Morgen noch eine Klausur geschrieben und da die nächste erst wieder in 2 Wochen ansteht, war ich irgendwie sehr entspannt. Er tat aber irgendwie sein übriges dabei und wir schliefen bis 12 Uhr und kuschelten uns immer wieder aneinander, auch wenn es fürchterlich warm war.

Dann bequemten wir uns dazu etwas zu frühstücken, gingen etwas in der Sonne spazieren, quatschten, machten eine Spritztour mit seinem Cabrio, gingen Eis essen, guckten eine DVD bei mir, gingen abends noch eine Kleinigkeit essen und hatten einfach so einen entspannten Tag mit viel Zärtlichkeit und innigen Momenten. Ich habe wieder wahnsinnig viel über ihn erfahren und wir haben viel gemeinsam. Darüber möchte ich aber noch einmal einen gesonderten Beitrag schreiben.

Dieser Tag hat mir einfach gut getan.

Unzufriedenheit. Rückfälle. Rückschritte..

Nachdem es hier in letzter Zeit viel um Liebelei und Freundschaft ging, möchte ich heute ein anderes Thema angehen, das mich zur Zeit sehr beschäftigt und meine Laune stark beeinflusst: Meine Essstörung.

Ich habe in diesem Jahr (durch eine Trennung, einen Umzug und einen Urlaub) jetzt insgesamt 7 Kilo zugenommen! Das ist für fast jede Frau wahrscheinlich eine mittelschwere Katastrophe. In Anbetracht dessen, dass ich es mit mir aber mit einer Ex-Essgestörten zu tun habe, ist das ein ganz ganz großes Problem.

Ich versuche also nun seit 1-2 Monaten wieder zumindest zu meinem ursprünglichen Gewicht zurück zu kommen (mit dem ich im Übrigen eigentlich auch nie zufrieden war) und bin so wieder in einen Rückfall-Kreislauf geraten.

Morgens bin ich noch sehr diszipliniert, esse ausgewogen und vernünftig, zähle ab und an sogar wieder die Kalorien. Mittags komme ich auch einigermaßen klar – sofern ich es am Vortag geschafft habe mir genug Essen für die Arbeit vorzubereiten. Aber sobald ich nach Hause fahre, überkommt mich ein Hunger (der vermutlich keiner ist), sodass ich in den Supermarkt fahre und mich für den anschließend anstehenden Fressanfall vorbereite. Es ist einfach nur zum kotzen – im wahrsten Sinne des Wortes.

Allgemein habe ich das Gefühl ständig Hunger zu haben, was ja gar nicht sein kann, aber ich fühle mich immer nur einen ganz kurzen Moment richtig satt und das auch nur, wenn ich es gerade mal wieder übertrieben habe. Eigentlich kenne ich mal wieder nur diesen „Hunger“ und das Völlegefühl.

Ich weiß nicht mehr weiter. Das Gewicht geht nicht runter und ich fühle mich so unwohl! Meine Klamotten werden immer enger und ich fange an mich wieder zu ekeln, wenn ich in den Spiegel schaue. Das muss aufhören! Ich muss irgendwie aus dem Kreislauf ausbrechen!

Aber wie?